Der Deutsche Bundestag möge beschließen, im Sinne der volkswirtschaftlichen Vernunft, das Obere Mittelrheintal, seine Menschen und seine Wirtschaftskraft kurzfristig vom Lärm durch zunehmenden Güterbahnverkehr durch geeignete Bau- und umwelttechnische Maßnahmen zu entlasten und sich der angegriffenen Gesundheit der Bevölkerung des Rheintales anzunehmen mit der Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung sowie einer raschen Verwirklichung von Lärmschutzprojekten.
Nirgendwo in Europa und in der Welt ist ein Tal stärker durch Verkehr belastet als das Rheintal. 200 000 Schiffe und Güterzüge pro Jahr belasten das Tal mit Lärm, Erschütterungen, Feinstaub, CO2 und Metallabrieb. Das trifft insbesondere das Obere Mittlerheintal, das wie ein Tunnel den Lärm hundertfach reflektiert und verstärkt und es für die Menschen unerträglich macht hier weiter zu leben. Die Lärmbelastung hat sich hier im letzten Jahrzehnt vervierfacht und soll sich noch einmal verdoppeln (Güterverkehrskorridor Rotterdam – Genua). Die Menschen im Rheintal werden jetzt und heute krank oder ziehen fort. Die Wirtschaft der Region leidet nachhaltig und es fehlt an Investitionen, die sich unter dem derzeitigen Lärmszenario nicht mehr rentieren. Tausende von Arbeitsplätzen und eine nachhaltige Wertschöpfung im Tourismus und nachgelagerten Branchen gehen verloren. Dem Staat entgehen dadurch Steuereinnahmen in Milliardenhöhe. Mit der in diesem Tal möglichen Wertschöpfung würde das Gesamtprojekt Lärmreduzierung in wenigen Jahren finanziert sein!
Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, nicht weiter – unter dem Vorwand eines abstrakten öffentlichen Interesses bzw. einer Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene, die so nicht stattfindet – unser konkretes Leben, unsere konkrete Gesundheit, den Wert unserer Häuser und unsere konkreten Arbeitsplätze aufs Spiel zu setzen.
Wir hoffen, Verständnis dafür zu finden, dass der Staat und seine Verwaltung nicht dazu da sind, den Bürgern die Lebensgrundlage zu entziehen, sondern ganz im Gegenteil, Gefahren durch den internationalen Fernverkehr durch volkswirtschaftlich richtige Infra¬strukturmaßnahmen abzuwehren. Ähnlich wie bei den internationalen Finanzströmen geht die Volkswirtschaft auch durch den zum Großteil geförderten Logistikwahnsinn zugrunde.
Für das Rheintal geht es um das Überleben. Sollten hier nicht kurzfristig in 2009 zukunfts¬sichernde Beschlüsse erfolgen, droht der wirtschaftliche Untergang des Rheintals: Vertreter der UNESCO sprechen inzwischen von einem gefährdeten Welterbestatus, und der nicht mehr vorhandene Erholungswert zerstört die touristischen Grundlagen und damit das wirtschaftliche Überleben des Rheintals!
Dann zieht doch da weg, liebe Rheintaler.
Jeder beschwert sich, dass es zu laut, zu staubig oder sonst was ist. Da werden mit Klagen wichtige Infrastrukturmaßnahmen und teilweise tausende Arbeitsplätze gefährdet, nur weil einige lieber ihre Ruhe haben ...
3000 von 135000 sind umgerüstet, wobei niemand sagen kann ob das gut ist, weil der Kunststoffa...
3000 von 135000 sind umgerüstet, wobei niemand sagen kann ob das gut ist, weil der Kunststoffabrieb arg kleberig ist und nicht gerade der Gesundheit zuträglich sein soll....
Lieber Pro Rheintal Verfasser,
Danke für die fundierte Kommentierung der "Eingebungen" von Herrn Havemann!
Lieber Herr Havemann,
beim Lesen Ihrer Beiträge muss man den Eindruck gewinnen, dass Sie Insider-Informationen haben, die für Initiativen gegen die durch Schienengüterverkehr verursachten Umweltschäden entweder gar nicht oder nur mit erheblichem Reche...
zwei Anmerkungen noch:
1) ich sprach heute zufällig mit einem Kollegen, der Einblick in die Trassenbestellungen auf den Rheinstrecken hat, er sagte mir, dass seit vergangenem Herbst durch die Wirtschaftskrise ein erheblicher Einbruch der Trassenbestell...
Nicht dass ich nun gegen die Lärm- und Schmutzreduzierung wäre, aber im Meckern ist Deutschland wirklich die Nummer 1.
Vielen scheint es noch nicht mal klar zu sein, dass dieser Verkehr mit Zug, LKW und Schiff hauptsächlich veranstaltet wird damit auch...
Sehr richtig!Ich kann vor solchen Petitionen nur warnen. Wenn so etwas durchgeht dann werden quer durch die Ortschaften meterhohe Lärmschutzwände gezogen, wie es zwischen Offenburg und Karlsruhe ja schon weitgehend der Fall ist. Hier fährt man ja kilometerweise wie...
1) die 'Schall03' und die 'Akustik 04 für Güterbahnhöfe', also die bahnspezifische Umsetzung der Sechzehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, wurden gerade erst überarbeitet (mit fast 3 Jahren Verspätung, wie bei der pri...
Ich war zwar bisher nur nur zweimal durch das Rheintal bei Koblenz auf Inlinern gerollt. Aber auch als Sporttourist fiel mir dort der unerträgliche Lärm der Güterzüge auf.
Personenzüge, die auf der gleichen Strecke fuhren, erzeugten wesentlich weniger...
Ich verstehe auch nicht woher die plötzliche Mehrbelastung an Feinstaub und CO2 oder Lärm kommen soll. Wie bereits vorher geschrieben wurde, dürfte die Belastung in den letzten Jahren eindeutig besser geworden sein. Außerdem ist eine Erhöhung nicht abz...
1) ich verstehe es recht, dass es bei dieser Petition um den Region Koblenz-Bingen geht?
2) sowohl die links- als auch die rechtrheinische Bahnstrecke sind uralt und schon immer Hauptverkehrsadern gewesen (linksrheinisch wurde die Strecke Koblenz-Binge...